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2 November 2023

Der Eine Ring im Schloss Chillon

Im Saal 17 (zu Ehren des Grafen von Savoyen, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts grosse Bauarbeiten im Schloss Chillon unternommen hat, auch Saal Peter II. genannt) befindet sich eine Vitrine mit einem wunderschönen Gegenstand, der die Raffinesse und das Können der Handwerker aus dem Mittelalter wunderbar illustriert: ein Ring mit einem gravierten Saphir. Seine Grösse versetzt die Betrachtenden immer wieder ins Staunen.

Hatten die Savoyen etwas zu kompensieren?

Im Saal 17 (zu Ehren des Grafen von Savoyen, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts grosse Bauarbeiten im Schloss Chillon unternommen hat, auch Saal Peter II. genannt) befindet sich eine Vitrine mit einem wunderschönen Gegenstand, der die Raffinesse und das Können der Handwerker aus dem Mittelalter wunderbar illustriert: ein Ring mit einem gravierten Saphir. Seine Grösse versetzt die Betrachtenden immer wieder ins Staunen.

Hatten die Savoyen etwas zu kompensieren?

Peter-II-Saal im Schloss Chillon.

Es handelt sich um eine Wiederherstellung des Ringes des Heiligen Mauritius, der ein wichtiges Emblem des Hauses Savoyen war. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts wurde er von einem Grafen an den nächsten weitergegeben und stand so für die Übertragung der Macht. Ein bisschen wie heute gewählte Politiker:innen und Staatsvertreter:innen bei offiziellen Anlässen gewisse Gewänder tragen. Einfach mit ein bisschen mehr Bling Bling, muss man schon sagen. Der Ring, der in Chillon ausgestellt ist, ist nicht das Original. Nicht einmal eine Nachbildung. Denn das Schmuckstück ging im 18. Jahrhundert während der Französischen Revolution verloren.

Saphir aus dem Ring des Heiligen Mauritius, ausgestellt im Schloss Chillon

Das Geheimnis seiner Herkunft

Bevor er ins Haus Savoyen kam, gehörte der Ring vermutlich der Abtei St. Maurice im Wallis, einem im mittelalterlichen Europa wichtigen Heiligtum. Denn hier ruhten angeblich die Reliquien des heiligen Mauritius, einem römischen Legionär mit ägyptischen Wurzeln, der während der Christenverfolgung Anfang des 4. Jahrhunderts zum Märtyrer wurde.

Die Grafen von Savoyen unterhielten schon früh eine gute Beziehung zur Abtei und wurden Ende des 12. Jahrhunderts sogar zu ihren Schutzpatronen. Die Legende besagt, dass Peter II. (1263-1268) es geschafft habe, dass man ihm den Ring überlasse. In Wirklichkeit belegt das Testament des Grafen Amadeus IV. (des älteren Bruders von Peter II.), das 1252 verfasst wurde, dass sich der Ring damals schon im Besitz der Savoyen befand. Was nicht ausschliesst, dass sie ihn schon früher besassen, aber dafür finden sich keine Beweise.

Detail des Rings des Heiligen Mauritius

Es ist plausibel, dass die Mönche den Ring an die Savoyen übergaben, es gibt aber keine historischen Belege dafür. Für die Alpendynastie erhöhte es auf jeden Fall das Prestige, wenn sie sich als Nachfolger dieser religiösen Institution zeigen konnte. Umso mehr, als man sagte, dass das Schmuckstück früher den Königen des Zweiten Königreichs Burgund (10.-11. Jahrhundert) gehört habe. So konnte man sich als eine wahrhaft königliche Familie präsentieren.Was hätten Sie getan, um der Welt zu zeigen, wie wichtig Sie sind?

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