1888 bat die Vereinigung für die Restaurierung von Schloss Chillon das Waadtländer Kantonsparlament darum, die Schaffung einer Technischen Kommission zu ratifizieren, deren Aufgabe sein solle, die Arbeit des mit der Restaurierung beauftragten Architekten zu überwachen.
Fünf Personen wurden angefragt, um der Technischen Kommission beizutreten: der Kunsthistoriker Johann-Rudolf Rahn, der Architekt Théodore Fivel, der Restaurator Léo Châtelain, der Baron und Kunsthistoriker Henri de Geymüller et der Architekt Henri Assinare. Die Kommission liess bei den Eingriffen am Schloss die allergrösste Vorsicht walten und folgte dadurch der von Rahn geäusserten Meinung: „In Chillon muss der aktuelle Stand möglichst respektiert und konserviert werden. Rührt es nicht an!“
1896 schrieben die Mitglieder der Kommission die Grundsätze nieder, die für die Restaurationsarbeiten und Ausgrabungen gelten sollten. Der Text erwähnt, dass das ursprüngliche Aussehen des Schlosses wieder sichtbar gemacht werden, die zugemauerten Fenster wieder hergestellt, die Wehrgänge unterhalten und die archäologischen Untersuchungen mit grösster Sorgfalt geführt werden sollen. Die Architekten Ernest Brunat (1833-1922), Albert Naef (1862-1936) und Otto Schmid (1873-1957) leiteten nacheinander die Restaurierungsarbeiten von 1890 bis 1950, wobei sie diese Grundsätze mehr oder weniger strikt befolgten.
Sous la direction de Daniel DE RAEMY, Chillon : la chappelle, Lausanne : Association du Château de Chillon, 1999.
Sous la responsabilité de Denis BERTHOLET, Olivier FEIHL et Claire HUGUENIN, Autour de Chillon : archéologie et restauration au début du siècle, Ecublens : DIP SA, 1998
Der Herzog von Savoyen Amadeus VIII. besuchte 1436 Chillon und ordnete eine Reihe von Unterhalts- und Verschönerungsarbeiten an, darunter auch die Decke des Wappensaals (Raum Nr. 18). Sie wurde vom Hofarchitekten der Savoyen erstellt, dessen Aufgabe es war, sich um den Unterhalt der Besitztümer seines Herrn zu kümmern.
Dieser Prunkraum wurde im Mittelalter insbesondere für den Empfang von hochrangigen Gästen genutzt. Die erste Erwähnung einer Kassettendecke findet sich im Jahr 1439 in Chillons Rechnungsbüchern. Aus Nadelholz gefertigt, ist sie in zweiundsiebzig Stücke unterteilt. Zwischen den Hauptbalken und den zweit- und drittrangigen befindet sich über ein Meter Höhendifferenz, wodurch ein stark ausgeprägtes Relief entsteht, das durch Leisten noch verstärkt wird. Die meisten Holzstücke sind mit Rillen verziert. Die Kassettendecke ähnelt anderen von Aymont Corniaux erstellten Decken (in den Schlössern von Annecy und Ripaille beispielsweise). Vergleichbare Werke sind allgemein in Bauten auf dem Gebiet des mittelalterlichen Savoyens zu finden (Burg Loche, Abtei Talloires, Schloss Montrottier und Schloss Menthon-Saint-Bernard). Diese Gemeinsamkeiten erlauben es, von einer Art Decke zu sprechen, die gegen Ende des Mittelalters beidseits der Alpen verbreitet war. Aymonet Corniaux trug durch seine lange Karriere (ein halbes Jahrhundert!) und das Beschäftigen von lokalen Arbeitern zur Verbreitung dieses spezifischen Architekturstils bei.

ORT
Wappensaal, Raum Nr. 18
Plafond à caissons.
Vers 1439
Résineux
Ganz hinten im Gefängnis (Saal Nr. 9), im gotischen Gewölbe aus dem 13. Jahrhundert, sind diese Schindeln und Latten zu finden. Sie gehörten zur Schalung, die zwischen den Kreuzrippen des Gewölbes angebracht wurde, um den Mörtel zwischen den Steinblöcken zusammenzuhalten, bis er trocken war.

Bois de coffrage médiéval.
Vers 1250
Résineux
ORT
Ende des Gefängnisses, Raum Nr. 9
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L’aspect actuel du château de Chillon doit beaucoup à l’importante campagne de restauration menée entre 1890 et 1930. C’est à cette époque notamment que les façades donnant sur le lac ont été restaurées. L’architecte du château de l’époque, Otto Schmid, a reconstitué les fenêtres médiévales, modifiées ou murées aux XVIIIe et XIXe siècle.
En face du château de Chillon se trouve une boutique, construite dans un bâtiment, dont l’histoire de ce bâtiment remonte à l’âge d’or du tourisme en Suisse,